Unsere Geschichte

Seit fast 200 Jahren mitten in Zürich

Die Geschichte der ETG Zürich ist eine Geschichte von Menschen, die ihren Glauben an Jesus Christus gemeinsam leben wollten. Unsere Gemeinde ist aus dem Zusammenspiel dreier geistlicher Bewegungen gewachsen: dem reformatorische Gedankengut, dem Täufertum und dem Pietismus. Diese Wurzeln prägen uns bis heute.

19. Jahrhundert

1836 – eine Gemeinde entsteht

Die Wurzeln unserer Gemeinde reichen in die Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts zurück. Samuel Heinrich Fröhlich, damals Vikar der reformierten Kirche in Leutwil (AG), betonte in seinen Predigten den persönlichen Glauben an Jesus Christus und die Umkehr zu ihm. Daraus entstanden erste freikirchliche Gemeinden.

1836 kam diese Bewegung auch nach Zürich. Menschen wurden im Zürichsee getauft und trafen sich zunächst in Privathäusern. Am 29. Januar 1836 setzte Samuel Fröhlich Älteste für die Zürcher Gemeinde ein. Damit erhielt die Gemeinde eine eigene Leitung und wurde zu einer eigenständigen freikirchlichen Gemeinde. Bereits Ende Februar zählte sie 53 Mitglieder, Anfang Mai waren es bereits 70.

1851 – Heimat in Hottingen

Das Wachstum führte dazu, dass die Gemeinde 1851 ein eigenes Haus am Zeltweg 45 erwarb. Seit dieser Zeit ist die ETG in Hottingen beheimatet.

1892 wurde nach nur sechs Monaten Bauzeit die heutige Kapelle an der Freiestrasse eingeweiht. Damals lag das Grundstück noch weitgehend im Grünen. Das Gut Kefel, auf dem die Kapelle entstand, war von Gärten und Wiesen umgeben. Daher wird die Kirche bis heute von manchen «Im Grüene» genannt.

20. Jahrhundert

Im Laufe des 20. Jahrhunderts veränderte sich die Gemeinde. Aus einer eher abgeschlossenen Glaubensgemeinschaft entwickelte sich zunehmend eine offene Freikirche. Das Verständnis wuchs, nicht allein unterwegs zu sein, sondern gemeinsam mit anderen Kirchen und Gemeinden Jesus nachzufolgen.

Auch die Formen des Gemeindelebens veränderten sich. Die Jugendgruppe wurde zu einem wichtigen Ort geistlicher Erneuerung. Menschen aus der ETG engagierten sich in der Evangelischen Allianz und in der Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden. Fluktuation zwischen verschiedenen Freikirchen wurde zunehmend selbstverständlich.

Auch das Verhältnis zur eigenen Geschichte wurde weiterentwickelt. Die ETG Zürich schloss sich 1984 mit anderen deutschsprachigen Täufergemeinden im Bund der Evangelischen Täufergemeinden zusammen. Seit etwa 1990 trägt die Gemeinde den Namen «Evangelische Täufergemeinde» (ETG).

Bis 1990 wurde die Gemeindearbeit vollständig ehrenamtlich getragen – auch die Sonntagspredigten. 1991 wurde mit Werner Schellenberg der erste hauptamtliche Mitarbeiter angestellt. Bis heute ergänzen sich haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende und bringen ihre unterschiedlichen Gaben und Erfahrungen ein.

Ein wichtiger Teil unserer Geschichte ist auch die Verbundenheit mit dem Quartier. Über 25 Jahre haben wir gemeinsam mit anderen Freikirchen mit der KiWo Hottingen Generationen von Kindern im Glauben geprägt. Später kam die Musical-Woche hinzu.

Heute

2013 wurde die Kapelle zuletzt umfassend erneuert. Mit dem Café83 und verschiedenen Angeboten öffnet sich die Gemeinde heute noch stärker für Menschen aus dem Quartier und darüber hinaus. Gottesdienste, gemeinsames Leben und ehrenamtliches Engagement prägen die ETG weiterhin – auch wenn sich Formen und Ausdrucksweisen verändern. 70-90 Personen beten mit uns in den unterschiedlichen Gottesdienstformaten an: Anfang jeden Monats beim Brunchgottesdienst, am 5. Sonntag im Abendgottesdienst oder klassisch im Morgengottesdienst, wo es auch monatlich ein gemeinsames Mittagessen gibt. Durch die unterschiedlichen Formate bietet die ETG Zürich für etwa 150 Menschen ein Zuhause. Wir sind eine vielfältige Gemeinde verschiedener Generationen, die aus ihren Wurzeln lebt und nach vorne schaut.

Unsere Geschichte geht weiter, bist du dabei?

Dass wir die älteste Freikirche Zürichs sind, die heute noch besteht, macht uns stolz. Aber fast 200 Jahre Geschichte bedeuten für uns nicht, dass wir nur zurückblicken. Wir wollen das Gute aus unseren Wurzeln bewahren und zugleich immer neu fragen, was es heute bedeutet, Jesus in Zürich nachzufolgen.

Mehr zur Geschichte: In unserem ausführlicheren Text zum 180-jährigen Jubiläum kannst du tiefer in die Geschichte der ETG Zürich eintauchen.

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